Naturschutzgebiet Neckarburg

Blick auf den Umlaufberg

Die geplante JVA würde unmittelbar an eine einzigartige Gegend grenzen, für die neben anderem folgende zwei Aspekte wichtig sind:

  1. das 1988 ausgewiesene Naturschutzgebiet Neckarburg
  2. die zusätzliche Ausweisung des „Neckartals zwischen Rottweil und Sulz" als FFH-Gebiet

Aktuelle Informationen zum Naturschutzgebiet stellt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zur Verfügung: NSG Neckarburg.

Von der einzigartigen Gegend gibt es ein tolles "Überflug-Video".

Bundesamt für Naturschutz

NSG Neckarburg und FFH-Gebiet

Karte des Bundesamts für Naturschutz, welches die beiden Schutzgebiete zeigt. Darin eingezeichnet die geplante Lage der JVA.

Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz BW

NSG Neckarburg, FFH- und Wasserschutzgebiet

Karte der LUBW, wo zusätzlich zum Naturschutz- und dem FFH-Gebiet auch noch das Wasserschutzgebiet eingezeichnet ist.

genau zwischen all diese Schutzgebiete soll die JVA gequetscht werden.

Aus der Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet

3.162 Neckarburg

Zusammenfassung des vorangehenden Gutachtens über das geplante Naturschutzgebiet Neckarburg

Die zwei Umlaufberge im Bereich der Neckarburg sind zentraler Teil einer Landschaft, der aus geologischer und geomorphologischer Sicht eine hohe regionale Bedeutung zukommt. Die auftretenden Oberflächenformen und die anstehenden geologischen Schichten geben Zeugnis von verschiedenen erdgeschichtlichen Prozessen. Es werden Gesteinsbildungs- sowie Sedimentations- und Erosionsprozesse aus vergangenen Erdzeitaltern bis hin zur Gegenwart dokumentiert.

Für die wissenschaftliche Forschung können daher diese beiden Umlaufberge als ein herausragendes Demonstrations- und Forschungsobjekt gelten. Als besondere naturkundliche Erscheinungen tragen sie im Wesentlichen zur Eigenart und Schönheit der Landschaft bei und sind aus diesem Grunde schützenswert. Neben seiner erd- und landschaftsgeschichtlichen Bedeutung liegt der Wert des vorgeschlagenen Naturschutzgebietes sowohl in den Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten als auch in der Mannigfaltigkeit vor allem der Pflanzengesellschaften. Diese sind insbesondere durch fehlende Nutzung bzw. Nutzungsänderungen gefährdet. Ihr Erhalt kann nur durch eine Schutzverordnung nach den Bestimmungen des § 21 NatSchG gewährleistet werden.

§ 3 der Verordnung: Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung von zwei Umlaufbergen des Neckars einschließlich der gegenüberliegenden Hänge im Bereich der Neckarburg als

  • einzigartiges erd- und landschaftsgeschichtliches Dokument;
  • Lebensraum einer für das Obere Neckartal typischen Flora und Fauna mit einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten
  • Landschaftsteil von besonderer Schönheit, Eigenart und Vielfalt.

§ 4 Verbote

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Schädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

(2) Insbesondere ist verboten:

  1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;
  2. Straßen. Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen. Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
  3. die Bodengestalt zu verändern. insbesondere Mineralien und Steine abzubauen;
  4. Maßnahmen vorzunehmen. die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;
  5. Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern:
  6. Plakate, Bild - und Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;
  7. Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
  8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen. Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
  9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;
  10. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorbetriebene Schlitten zu benutzen;
  11. Flugplätze anzulegen oder Luftfahrzeuge - einschließlich Hängegleiter und Flugmodelle - zu betreiben;
  12. den Neckar mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren; zulässig bleibt das nicht gewerbsmäßige zügige Durchfahren des Schutzgebietes in Gruppen mit bis sechs Sportbooten sowie das dazu notwendige Umtragen von Hindernissen;
  13. das Grundstück Flst. - Nr. 2639 (Bergle) außerhalb von Wegen zu betreten;
  14. außerhalb von eingerichteten oder gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;
  15. ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen.