Geschichtliches

Interessant ist die Begründung für das 1988 ausgewiesene Naturschutzgebiet:

Gutachten über das geplante Naturschutzgebiet Neckarburg, Stadt Rottweil, Landkreis Rottweil

3.162 Neckarburg

Inhalt

  1. Lage und Klima
  2. Geologie
  3. Landschaftsgeschichte
  4. Vegetation
  5. Tierwelt
  6. Wertung
  7. Literatur

1. Lage und Klima (1)

Zwischen den Eschach-Platten im Westen und der Keuperstufe des Kleinen Heubergs im Osten liegen die Oberndorfer Gäuplatten. In diese Platten ist das Neckartal etwa 150 bis 180 m tief eingegraben. Im südlichen Teil zwischen Rottweil und Epfendorf bildet es ein mäandrierendes Kastental im Hauptmuschelkalk mit zahlreichen Umlaufbergen und eine straßenlose Talenge. Im Klima fällt die beachtliche Höhe der Niederschläge auf, die im Hinterland der Kinzigmulde vom Schwarzwald nicht abgefangen werden: Oberndorf hat 959 mm Jahresniederschläge. Bezeichnend für die ozeanischen Einflüsse ist auch, daß neben dem Sommer- auch ein Wintermaximum entwickelt ist. Im Übrigen herrscht in den Tälern mit ihren ausgedehnten, verschieden exponierten Steilhängen ein mannigfaltiges Lokalklima.

2. Geologie (2)

Alle drei Stufen des Hauptmuschelkalks sind im Bereich der Neckarburg aufgeschlossen. Über den obersten dolomitischen Gesteinen des Mittleren Muschelkalks erhebt sich die steile Stufe der harten Trochitenkalke und bildet teils unbezwingbare, senkrecht bis zum Neckar abfallende Felswände. Über diesen kompakten Kalkbänken lagern die leichter verwitternden, tonreicheren Nodosusschicht an, die im Gelände als weniger steile und stärker bewachsene Halde ins Auge fallen. Die sich nach oben anschließenden, besonders widerstandsfähigen Bänke des Trigonodus-Dolomits bilden die zweite charakteristische Steilstufe im Hauptmuschelkalk. Das Gestein neigt zu senkrechter Klüftung, so daß die Niederschläge eindringen konnten, um an den Rändern der Felswände im Laufe der Jahrtausende malerische, anstehende Kanzeln und Säulen herauszupräparieren. Sie zählen zum schönsten landschaftlichen Schmuck des felsigen Neckartals, das mit dieser Steilstufe gegen die Hochfläche im Unteren Keuper abschließt.

3. Landschaftsgeschichte (3,4)

Das vermehrte Auftreten von Umlaufbergen im Bereich des Oberen Neckartals zwischen Rottweil und Oberndorf ist an bestimmte geologische und geomorphologische Voraussetzungen geknüpft, die hier in nahezu modellhafter Weise vorliegen. Bei Bühlingen tritt der Neckar aus dem Keuper in den Muschelkalk. Vermochte er in den weichen Gipskeuper ein breites Muldental auszuräumen, so war er im Hauptmuschelkalk in ein festes Bett gezwängt, das er nicht mehr verlassen konnte. Das blieb nicht ohne Folgen, als der Neckar im mittleren Pleistozän vor ca. 600.000 Jahren die wesentlich größere Eschach, die bis dahin über die Spaichinger Pforte der Donau zuströmte, anzapfte und sich sein Einzugsgebiet und damit seine Wasserführung schlagartig vervielfachte. Das einschließlich der Mäander vorgeformte Bett war für den mächtig gewordenen Fluß zu eng geworden. Die Folge waren eine bis heute anhaltende verstärkte Tiefen-und Seitenerosion.
 
Da infolge der Verkarstung der Muschelkalkhochfläche in diesem Flußabschnitt der Neckar nur unbedeutende Seitenzuflüsse hat, wird ihm auch kein frisches Schottermaterial zugeführt, das seine Transport- und Erosionskraft lähmen könnte. Die Tiefenerosion führte zur Bildung eines fast caynonartigen Kastentals, das bei der Neckarburg rund 60 m unterhalb des Niveaus der umgebenden Muschelkalkhochfläche liegt.
 
Die Doppelschleife ist das Ergebnis von Seitenerosion, die ihren Ausgangspunkt in den vorgeformten Mäandern nahm. Bei fortgesetzter Ausweitung erfolgte die Verschneidung der Prallhänge, anschließend eine starke Erniedrigung des Spornhalses und schließlich seine Durchtrennung und dadurch das Abschnüren des Spornes. Dieser wurde zum isolierten Umlaufberg, dem „Bergle“, während der Fluß nun die kürzere Strecke nahm. Der Talboden der verlassenen Flußschlinge wurde durch Schuttzufuhr von den umgebenden Hängen erhöht. Gleichzeitig grub sich der Neckar noch tiefer ein, so daß sein Bett heute 20 bis 25 m unter dem jetzigen Niveau der abgehängten Schlinge liegt. Infolge des großen Mäanderbogens um das „Bergle“ war die Fließrichtung des Neckars nach Nordosten verlegt worden, wodurch sich der nächste Mäander, der zur Bildung des Sporns mit der Neckarburg führte, zwangsläufig ergab. Die bereits fast abgeschlossene Entwicklung des „Schloßberges“ zum abgehängten Umlaufberg, die sich vor allem in der starken Erniedrigung des Spornhalses abzeichnet, ist in jüngster Zeit zum Stillstand gekommen.

4. Vegetation (5, 6)

4.1. Bergle und Brunnenhalde

Die steilen und wenig ertragreichen Hänge am Bergle und der Brunnenhalde tragen eine der schönsten, früher im Neckartal auf Oberem Muschelkalk wesentlich weiter verbreiteten und meist durch Aufforstungen verlorengegangenen Wacholderheiden. Der besondere Wert dieser Wacholderheiden im geplanten Naturschutzgebiet liegt neben ihren floristischen Kostbarkeiten insbesondere in dem reichen Mosaik unterschiedlichster Ausprägungen mit Felsgrusgesellschaften, Magerrasen, Saumgesellschaften, Gebüschgruppen und Weidbäumen. Auf den flachgründigsten Stellen mit z.T. anstehendem Fels dominieren Arten der Felsband- und Felsflurgesellschaften (Alysso Sedion). Überwiegend Einjährige wie Frühlings-Hungerkraut (Erophila verna), Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides), Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia), Steinquendel (Calamintha acinos), Feld-Ehrenpreis (Veronica arvensis) und Stengelumfassendes Hellerkraut (Thlaspi perfoliatum); Sukkulenten wie Weißer Mauerpfeffer (Sedum album) und Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) und durch andere morphologische Besonderheiten an diese Extremstandorte gut angepaßte Arten wie Acker-Hornkraut (Cerastium arvense) und Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna) sorgen zur Zeit der Hauptblüte im April bis Mai mit ihren leuchtend gelben und weißen Blüten für die ersten weithin sichtbaren Farbtupfer inmitten der sonst noch einförmig grau wirkenden Wacholderheide. Allerdings blühen bereits zur gleichen Zeit in den Magerrasen Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und Rauhhaariges Veilchen (Viola hirta).
 
Zur Hauptblütezeit zwischen Juni und September fallen in den Magerrasen (Mesobromion-Verband) als bemerkenswerte Arten vor allem Silberdistel (Carlina acaulis), Edelgamander (Teucrium chamaedrys), Deutscher Enzian (Gentiana germanica), Fransen-Enzian (Gentiana ciliata), Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaulon), Dornige Hauhechel (Onosis spinosa) und Händelwurz (Gymnadenia conopea) auf. Besonders schön sind die Blühaspekte mit Ästiger Graslilie (Anthericum ramosum) und Kalkaster (Aster amellus). Gegen Einflüsse von landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen im Bereich des ehemaligen Neckarbettes ist die Vegetation am Umlaufberg „Bergle“ durch einen reich strukturierten Gebüschmantel geschützt. Dessen Krautschicht im Unterwuchs mit Hohlem Lerchensporn (Corydalis cava), Gelbem Windröschen (Anemone ranunculoides) und Waldgelbstern (Gagea lutea) erinnert an diejenige von Laubwäldern auf frischen Standorten.

4.2 Schloßberg und Zwielhalde

Wegen ihrer größeren Reliefenergie eigneten sich die Hänge an der östlichen Neckarschleife nur in einem verhältnismäßig kleinen Bereich für eine Nutzung als Schafweide. Mittlerweile sind auch diese Flächen zum größten Teil verbuscht bzw. in Wald überführt. Lediglich am Spornhals dieses Umlaufberges befindet sich ein artenreicher, teilweise gestörter Magerrasen mit u.a. folgenden Besonderheiten: Deutscher Zist (Stachys germanica) Woll-Kratzdistel (Cirsiurn eriophorum), Roter Zahntrost (Odontitis rubra), Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) und Rauhes Berufskraut (Erigeron acris). Dieser Magerrasen geht in Nordwestexposition in eine moosreiche Blaugrashalde mit Blaugras (Sesleria varia), Edelgamander (Teucrium chamaedrys) u.a. Magerkeitszeigern über. Es ist zu vermuten, daß aus strategischen Gesichtspunkten heraus die gesamten Hänge unterhalb der Neckarburg zumindest bis ins 16. Jahrhundert waldfrei waren. Erst nachdem die Burg zum Schloß umgebaut war, da sie nicht mehr Verteidigungszwecken dienen mußte, hat sich wieder Wald eingestellt. Die Baumartenzusammensetzung dieses Waldes entspricht heute mit Sommerlinde, Bergulme, Buche und Esche annähernd der potentiellen natürlichen Vegetation.
 
Erst in jüngerer Zeit wurde damit begonnen, diese Bestände z.T. in Nadelholzforste umzuwandeln, was sowohl aus ökologischer Sicht als auch aus Gründen des Landschaftsbildes - die Reste der ehemaligen Neckarburg wurden unter großen finanziellen Aufwendungen vom Landesdenkalamt restauriert - unbedingt verboten werden muß. Zwischen Schloßberg und Zwielhalde befindet sich die Neckaraue mit intensiv genutzten Fettwiesen und Weiden. Der Neckar selbst ist von mächtigen Silberweiden, Bruchweiden und Grauerlen gesäumt. An der fast unzugänglichen Zwielhalde hat sich ein je nach Exposition etwas unterschiedlich zusammengesetzter lindenreicher Laubmischwald mit Esche, Bergahorn, Sommerlinde und Bergulme erhalten. Gemäß Forsteinrichtungswerk ist für diesen Bereich als Bewirtschaftungsmaßnahme die Nutzung zufälliger Ergebnisse festgeschrieben, d.h. es findet lediglich hin und wieder eine Durchforstung statt, bei der umgestürzte bzw. dürre Bäume entfernt werden. Aus dieser Steilhalde ragen vereinzelt Felsen heraus, auf denen sich wärmeliebende Reliktvegetation in sehr ursprünglicher Zusammensetzung erhalten konnte. Die unzugänglichen Stellen an den Felsen, aber auch kleine Schuttkegel werden von der Kelchsteinkraut-Mauerpfeffer-Gesellschaft (Alysso-Sedetum albi) gleichsam überzogen. Dazwischen wachsen in Südexposition eingestreut Fragmente der Pfingstnelkenflur (Diantho Festucetum) mit den graublauen Horsten des Bleichen Schwingels (Festuca pallens). An Stellen mit stärkerer Abwitterung sind kleine Schutthalden entstanden, auf denen das Blaugras (Sesleria veria) dominiert. Dieses Gras hat sein Verbreitungszentrum in den Alpen, wo es insbesondere über der Baumgrenze auf basenreichen Böden auftritt.
 
Die einzelnen Blaugrashorste sind in der Lage, den Gehängeschutt mit ihrem dichten Wurzelwerk und zähen Ausläufern festzuhalten und treppenartig zu stauen. Sehr gut vertragen wird die Schuttüberrollung auch vom Wimpern-Perlgras (Melica ciliata) und vom Echten Gamander (Teucrium chamaedrys), einem ausläufertreibenden Zwergstrauch. Kleine Büsche der Mehlbeere (Sorbus aria) und der Felsenbirne (Amelanchiar ovalis) stehen auf verbliebenen Vorsprüngen, dazwischen sehr locker eingestreut einige Saumarten wie Berg-Haarstrang (Seseli libanotis) und Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum); auffällig sind zur Blütezeit auch der Blaue Lattich (Lactuca perennis) und der Weiße Mauerpfeffer (Sedum album) Wo es die Bodenverhältnisse zulassen, wachsen kleinflächig in lockerem Verband Föhren, die an diesem Standort durchaus autochthon, d.h. nicht künstlich von Menschen eingebracht sein dürften. Die lichte Baumschicht setzt sich vor allem aus Kiefer, Mehlbeere und Buche zusammen. Die Strauchschicht enthält wärmeliebende Arten wie Wolliger Schneeball, Liguster und Felsenbirne. Die sehr reich entwickelte Krautschicht besteht aus den bestandsbildenden Arten wie der Erdsegge (Carex humillis) und dem Blaugras (Sesleria veria). Einzelne Arten thermophiler Staudenfluren sind stets vorhanden, treten aber nicht so gehäuft auf, daß sie physiognomisch einen Saum bilden. In der mäßig bis gut entwickelten Moosschicht dominiert Rhytidium rugosum.

5. Tierwelt

5.1. Bergle und Brunnenhalde (7, 8)

Mit den vorgenannten Pflanzenarten, die warme, sonnige und offene Flächen bevorzugen, sind zahlreiche, licht- und wämeliebende Tierarten, vor allem Insektenarten und Vögel vergesellschaftet, die speziell an solche Biotope gebunden sind und weder im geschlossenen Wald, noch in der intensiv genutzten Feldflur Überlebensmöglichkeiten haben. Die vorliegende Artenliste der Schmetterlinge weist auf einen auch aus finanzieller Sicht besonders bemerkenswerten und reich strukturierten Biotop hin. Es sind nur die im Gebiet vorkommenden und nach der Landesartenschutzverordnung vom 18.12.1980 geschützten Tagfalter aufgeführt. Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Aurorafalter (Anthocharis cardamine), Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Südlicher Heufalter (Colias australis), Kuhauge (Erebia medusa), Damenbrett (Melanargia galathea), Großes 0chsenauge (Maniola jurtina), Rotbraunes Wiesenvögelchen (Coenonympha glycerion), Rostflügel (Coenonympha arcania), Kleiner Heufalter (Coenonympha pamphilus), Distelfalter (Vanessa cardui), Admiral (Vanessa Atalanta), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Tagpfauenauge (Inachis io), Schwarzfleckiger Bläuling (Maculinea arion), Brauner Würfelfalter (Hamearis lucina), Hauhechelbläuling (Polygomnatus icarus), Silbergrüner Bläuling (Lysandra coridon), Dunkler Dickkopffalter (Erynnis tages), Malven-Würfelfleckfalter (Pyrgus malvae), Gelbwürfeliger Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon), Rostfarb-Dickkopffalter (Ochlodes venatus) und Brauner Waldvogel (Aphatopus hyperantus).

Auch die Liste der hier beobachteten Vogelarten gibt Hinweise auf einen sehr wertvollen Biotop.

Folgende Arten der Roten Liste wurden beobachtet:

Wespenbussard (1 Paar), Wendehals (1 Paar), Neuntöter (7 Paare), Dorngrasmücke (2 Paare), Berglaubsänger (1 Paar).

Darüber hinaus wurden Buntspecht, Gartengrasmücke, Zaungrasmücke, Fitis, Baumpieper und Gartenrotschwanz beobachtet

5.2. Schloßberg und Zwielhalde

Eine systematische Erfassung der Tierwelt in diesem Bereich steht noch aus. Graureiher und Eisvögel können immer wieder entlang dieses Neckarabachnittes beobachtet werden, wobei letzterer vermutlich sogar in diesem Bereich brütet.

6. Wertung

Die zwei Umlaufberge im Bereich der Neckarburg sind zentraler Teil einer Landschaft, der aus geologischer und geomorphologischer Sicht eine hohe regionale Bedeutung zukommt. Die auftretenden Oberflächenformen und die anstehenden geologischen Schichten geben Zeugnis von verschiedenen erdgeschichtlichen Prozessen. Es werden Gesteinsbildungs- sowie Sedimentations- und Erosionsprozesse aus vergangenen Erdzeitaltern bis hin zur Gegenwart dokumentiert. Für die wissenschaftliche Forschung können daher diese beiden Umlaufberge als ein herausragendes Demonstrations- und Forschungsobjekt gelten. Als besondere naturkundliche Erscheinungen tragen sie im Wesentlichen zur Eigenart und Schönheit der Landschaft bei und sind aus diesem Grunde schützenswert. Neben seiner erd- und landschaftsgeschichtlichen Bedeutung liegt der Wert des vorgeschlagenen Naturschutzgebietes sowohl in den Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten als auch in der Mannigfaltigkeit vor allem der Pflanzengesellschaften. Diese sind insbesondere durch fehlende Nutzung bzw. Nutzungsänderungen gefährdet. Ihr Erhalt kann nur durch eine Schutzverordnung nach den Bestimmungen des § 21 NatSchG gewährleistet werden.

7. Schutz- und Pflegemaßnahmen

Die Wacholderheiden wirken auf den ersten Blick ursprünglich; dies sind sie jedoch durchaus nicht. Sie verdanken ihre Entstehung und Erhaltung der Beweidung karger, flachgründiger Böden mit Schafen, sind also Produkt einer anspruchslosen, extensiven Nutzungsform, wobei Schafmaul und Schaftritt den charakteristischen Pflanzenbewuchs mitbedingt haben. Dazu kommt bzw. kam das Kurzhalten gegen den Verbiß gefeiter, dornenbewehrter Gewächse durch die Schippe des Schäfers, wenn erforderlich auch durch größere Ausholzungen in engeren Zeitabständen. Um den schutzwürdigen Zustand am Bergle und der Brunnenhalde zu erhalten, ist die Fortsetzung der Schafbeweidung die geeignetste Pflegemaßnahme. Größere Fichtengruppen beginnen jedoch an verschiedenen Stellen den Charakter des Gebiets stark zu verändern. Hier sind erhebliche Ausholzungen erforderlich mit dem Ziel, den ursprünglichen Charakter der Wacholderheide wieder herzustellen und mehr Platz für die charakteristischen Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Um die wertvollen Laubwaldbestände am Schloßberg und der Zwielhalde zu erhalten, ist es erforderlich, weitere Umwandlungen in Nadelholzbestände zu verbieten. Aufforstungen bzw. Umbruch von Wiesenflächen im Bereich der Schloßwiese und am Schloßberg würden die vor allem als Lebensraum für verschiedene lichtliebende Pflanzen und eine Vielzahl von Insekten- und Vogelarten wichtigen Lebensräume einengen bzw. vernichten. Damit verbunden wäre, wie auch im Bereich Bergle-Brunnenhalde, eine starke Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Erholungseignung, so daß für das gesamte Gebiet des geplanten Naturschutzgebiets ein Verbot von Aufforstungen und Nutzungsänderungen ausgesprochen werden muß.

Literatur

HUTTENLOCHER, F. (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 178 Sigmaringen. Bad Godesberg
SCHMIDT, M.  (1963): Erläuterungen zu Blatt 7617 Rottweil. Stuttgart.
FEZER, F. (1979): Rottweil und die Neckarburg. - in: Topographischer Atlas Baden-Württemberg.
STEMMER, J. (1961): Die Anzapfung der danubischen Eschach durch den Neckar in: Jahrbuch und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins, N.F. 43: 81-62.
OBERDORFER, E. (Hrsg.) (1977 u. 1979): Süddeutsche Pflanzengesellschaften Teil 1 und II, 2. stark bearbeitete Auflage. Stuttgart.
SEBALD, 0. (1966): Erläuterungen zur vegetationskundlichen Karte 1:25.000, Bl. 7617 Sulz. Stuttgart.
ZINKE, F. (1964): Liste der Vogelarten an der Neckarburg. Bei den Akten der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege, Freiburg.
HÖLZINGER, J. et al. (1981): Die in Baden-Württemberg gefährdeten Vogelarten. -„Rote Liste” (3. Fassung). - Veiöffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege Baden–Württemberg 53/54: 123-143.